04.12.2020

Vertagung im Planungsausschuss: zu viele offene Fragen zur Schallenburg

Tohma (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schallenburg_Schwadorf.jpg#file), „Schallenburg Schwadorf“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode

In der ersten Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung (PStA) in der neuen Ratsperiode konnten GRÜNE und SPD gemeinsam eine Vertagung des TOP 4 zum Bebauungsplan für das Gebiet „Östlich Lindenstraße, westlich An der Schallenburg“ erwirken. Somit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass das Bauvorhaben seit langer Zeit umstritten ist – nicht zu Unrecht, gibt es hier doch einiges in eine nachhaltige Planung mit einzubeziehen: Das Wasserschloss Schallenburg stellt eine der wenigen noch in ihrer ursprünglichen Form erhaltenen Wasserburgen dar. Gerne wird sie zudem als Naherholungsziel genutzt und befindet sich in Sichtbeziehung zum UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Augustusburg.

So ist es zwar als Fortschritt zu werten, dass die Bebauung nur noch drei- statt wie ursprünglich geplant viergeschossig erfolgen soll, auch wenn dadurch das zunächst geplante Senior*innenheim nicht mehr umsetzbar ist – stattdessen sollen drei Mehrfamilienhäuser inklusive einer Kita entstehen. Doch auch dieser Plan lässt einige Fragen offen, etwa die zum Verlauf des Dickopsbaches, der den Graben des Wasserschlosses speist. Auch deshalb gehört zu den Kritiker*innen des Bauvorhabens auch das „International Council on Monuments and Sites“, das die UNESCO berät. Die Bürgerinitiative DENKmal-bruehl.de macht die Bedenken hinsichtlich des Denkmalschutzes öffentlich und setzt sich gegen eine Bebauung der Kulturlandschaft ein.

Es gibt also gute Gründe, an der Schallenburg genauer hinzuschauen – dank der nun durch GRÜNE und SPD erwirkten Vertagung konnte wichtige Zeit dafür gewonnen werden.

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