Das Energiegeld: eine Idee, erklärt am Beispiel einer Brühler Familie

von Roland Pierick

Eigene Darstellung nach M. Zemath

Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sie können – und müssen zukünftig – Hand in Hand gehen. Wie? Mit unserem Konzept hinter dem Begriff des „Energiegeldes“. Am besten lässt sich dies verstehen, wenn man zunächst die wichtigsten Begriffe klärt:

Energiegeld: Jährliche Auszahlung an jede*n Bundesbürger*in. Einnahmen aus dem CO₂-Preis werden damit zurückgezahlt. Energiegeld wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet, auch Empfänger von Sozialleistungen erhalten es in voller Höhe. Bei einem CO₂-Preis von 60 € pro Tonne beträgt es 75 € pro Kopf und Jahr. Bei steigendem CO₂-Preis steigt auch das Energiegeld.

CO₂-Preis: Preis, der für die Emission einer Tonne CO₂ gezahlt werden muss. Er liegt aktuell bei 25 € und soll nach unseren Plänen bis 2023 auf 60 € steigen.

EEG-Umlage: Dadurch werden die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien auf die Endverbraucher*innen verteilt. Großverbraucher*innen zahlen eine geringere Umlage. Sie liegt 2021 bei 6,5 ¢/kWh und soll über Einnahmen aus dem CO₂-Preis um 3 ¢ gesenkt werden.

Was bedeutet das konkret für eine Familie in Brühl?
Unsere Familie wohnt im eigenen Einfamilienhaus mit Ölheizung.  Beide Eltern sind berufstätig. Ein Elternteil pendelt täglich mit dem Verbrenner nach Köln, der andere Elternteil nutzt den ÖPNV. Die Kinder erreichen die Schule zu Fuß bzw. mit dem Schulbus.

Aus dieser Beispielkonstellation (durchschnittliche Verbrauchswerte, dienen der Veranschaulichung) ergibt sich ein CO₂-Fußabdruck von 9 Tonnen pro Jahr für Wärme, Strom und Mobilität. Bei einem CO₂-Preis von 60 € entspricht dies Kosten von 540 € im Jahr. Demgegenüber stehen 300 € Energiegeld für vier Familienmitglieder und weitere 120 € durch die Senkung der EEG-Umlage um 3 ¢. Für unsere Beispielfamilie bedeutet das eine Mehrbelastung von 120 € pro Jahr.

Durch klimafreundliche Maßnahmen kann die Familie diesen Betrag senken und sogar ein Plus bei den Energiekosten erzielen. Ein Beispiel: die Anschaffung eines Elektroautos. Sie bedeutet eine Einsparung von 1,5 Tonnen CO₂ bei den hier angenommenen 12.000 km Fahrstrecke pro Jahr. Dadurch sinkt die Mehrbelastung der Familie um 90 € auf 30 € im Jahr.

Große Einsparungen ergeben sich auch durch den Austausch der Ölheizung gegen eine Luftwärmepumpe. Diese aufwendige Modernisierungsmaßnahme wollen wir gemäß unserem Wahlprogramm signifikant fördern! Beim durchschnittlichen Verbrauch einer vierköpfigen Familie beläuft sich die jährliche Einsparung auf 3 Tonnen CO₂. Das führt dazu, dass aus der anfänglichen Mehrbelastung eine spürbare Entlastung der Familie wird. In Kombination mit dem E-Auto beläuft sich diese auf 150 € pro Jahr.
Das Energiegeld – unsere  Idee für einen sozial gerechten Klimaschutz.

URL:https://bruehlgruen.de/bundestagswahl-2021/das-energiegeld-eine-idee-erklaert-am-beispiel-einer-bruehler-familie/