Ökologie und Wirtschaft Hand in Hand

Die Klimakrise fordert von uns, Energie, Verkehr, Wirtschaft und Industrie klimaneutral zu gestalten. Für Wirtschaft und Industrie bedeutet dies eine große Umstellung, zugleich aber eine große Chance für neue Märkte, moderne Technologien sowie die Chance, Vorreiter zu sein. Klimaneutralität wird die entscheidende Größe sein, um auf den Märkten der Zukunft bestehen zu können. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wer diese Märkte gestaltet und wessen Produkte die neuen Standards vorgeben. Dabei wird nicht mehr nur entscheidend sein, wie gut und effizient Produkte sind, sondern auch, wie klimafreundlich. Für Deutschland und natürlich auch die EU als Wirtschaftsraum besteht gerade darin eine Chance. Unsere Wirtschaft hat bereits mehrfach gezeigt, dass sie das Know-how dafür hat und eine ökologische Modernisierung in einem hochindustrialisierten Wirtschaftsraum möglich ist.

Die energieintensiven Industrien – Stahl, Zement, Chemie – stehen für 15 % des deutschen CO₂-Ausstoßes. Zugleich bieten sie hunderttausende gute Arbeitsplätze und sind ebenso Eckpfeiler unseres Wohlstandes. Wir wollen diese Industrien zum Technologievorreiter bei der Entwicklung klimaneutraler Prozesse machen. Der Maschinenbau kann beim weltweiten Einsatz grüner Technologien „made in Germany“ eine Schlüsselrolle einnehmen. So bekämpfen wir die Klimakrise und tragen zur Sicherung des deutschen Industriestandorts bei. Damit die Investitionen schon heute in auch langfristig klimaverträgliche Anlagen fließen können, fördern wir die Umstellung der Industrieprozesse durch verschiedene Maßnahmen. Klimaverträge (Carbon Contracts for Difference) mit teilnehmenden Unternehmen (z. B. Produzenten von klimaneutralem Stahl), die die Differenz zwischen dem aktuellen CO₂-Preis und den tatsächlichen CO₂-Vermeidungskosten finanzieren, können für Investitionssicherheit sorgen. So leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz und stärken so zugleich beispielsweise die deutsche Stahlindustrie oder den Automobilstandort.

Denn die Automobilindustrie steht bekanntermaßen vor gewaltigen Umbrüchen. Weltweit läuft der Wettbewerb um das emissionsfreie und digitale Auto der Zukunft. Immer mehr Hersteller setzen mittlerweile für die Zukunft auf Elektromobilität. Um zukunftsfähige Arbeitsplätze und klimagerechte Wertschöpfung in der Autoindustrie zu schaffen, müssen wir entschlossen zusammenarbeiten. Der Politik kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Sie muss den Rahmen setzen und den Transformationsprozess gestalten. Den Weg in eine Zukunft ohne Verbrennungsmotoren ab 2030  bereiten die europäischen CO₂-Flottengrenzwerte und eine ansteigende nationale Quote, die sich am 1,5-Grad-Pfad orientieren. So sorgen wir für saubere Luft, erfüllen unsere Klima- und Umweltziele und die Automobilindustrie kann ihre Entwicklungsarbeit und Investitionen verlässlich planen. Das sichert zukunftsfähige Arbeitsplätze und neue Geschäftsmodelle. Dafür gilt es auch, die Chancen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze der Mobilitätswende in den Blick zu nehmen – von neuen Jobs im ÖPNV bis zur Fahrzeugproduktion. Deutschland und Europa müssen außerdem schnell den Anschluss bei der Batteriezellenproduktion finden. Besonders betroffene Produktionsstandorte wollen wir mit regionalen Transformationsdialogen und -fonds unterstützen. So erhalten wir die Wertschöpfungskette im Mittelstand und sichern Arbeitsplätze vor Ort.

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