Matthias Welpmann – Bürgermeisterkandidat im Interview

Hallo Matthias! Wir wurden gefragt, warum wir keinen Kandidaten aus Brühl aufgestellt haben - dabei haben wir uns ja ganz bewusst für „frischen Wind“ und Kompetenz entschieden. Wie siehst du das und warum möchtest du Bürgermeister in Brühl werden?
Die Anforderungen an einen hauptamtlichen Bürgermeister mit 700 Mitarbeiter*innen in der Verwaltung, Vorsitzender des Rates und Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Anliegen der Bürger*innen sind heute viel höher als an die ehrenamtlichen Bürgermeister bis Ende der 90er Jahre. Es ist deshalb nur logisch und professionell, politisch erfahrene Menschen auch aus anderen Kommunen bei der Kandidat*innensuche zu berücksichtigen. Ich bin der Meinung, dass ich sehr gute Voraussetzungen für dieses Amt mitbringe. Brühl ist eine lebenswerte Stadt mit spannenden Perspektiven und der perfekten Größe, so dass ich hier als Bürgermeister wirklich etwas bewegen kann. Hier möchte ich leben, diese Stadt möchte ich mit gestalten.

Was sind eigentlich die Kriterien für einen Kandidaten? Welche Aufgaben hat ein Bürgermeister?
Ein Bürgermeister ist Generalist und muss sich mit sehr unterschiedlichen Themen befassen, vom Bau einer Kita bis zur Berechnung der Friedhofsgebühren. Und in all diesen Themenfeldern muss er Entscheidungen treffen, auch ohne alle Details zu kennen. Er muss sich sehr schnell in Themen hineindenken, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden, klare Positionen beziehen und diese auch gut erklären können.

Welche Themenschwerpunkte möchtest du setzen?
Mein Hauptthema ist die nachhaltige, klimagerechte und auch sozial ausgewogene Entwicklung der Stadt. Konkret möchte ich die weitere Versiegelung der knappen Freiflächen in Brühl stoppen und stattdessen eher eine behutsame Nachverdichtung mit einer sozialen Mischung in den zentralen Bereichen der Stadt realisieren. Ich möchte gleichzeitig mehr Bäume in die Stadt bringen und den Verkehr an die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen anpassen, also mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, weniger Blech auf der Straße und eine Bahnverbindung nach Wesseling.

Was wird das schwierigste Themengebiet, wenn du gewählt bist?
Der Zielkonflikt zwischen der notwendigen Freiflächenerhaltung und der weiterhin hohen Nachfrage nach zusätzlichen Wohnungen ist nur schwer aufzulösen. Denn letztlich müssen wir für mehr Wohnraum auch Flächenreserven mobilisieren, die beispielsweise kontaminiert sind, die nicht optimal liegen oder wo Konflikte mit der Nachbarschaft zu erwarten sind. Dies ist aber sinnvoller als die Errichtung von weiteren Einfamilienhäusern auf der grünen Wiese am Stadtrand.

Die wichtigste Frage zuletzt: Warum bist DU der richtige Bürgermeister für Brühl?
Als Geograf bin ich von Hause aus Generalist und liebe die Vielfalt der Themen: ob Stadtplanung, Klima- und Artenschutz, Sport oder die effiziente Organisation einer Verwaltung. Ich bringe Fach- und Führungserfahrung sowie politische Erfahrung aus mehreren Kommunen mit und werde diese Erfahrungen auch in Brühl sinnvoll einbringen. Und ich habe einen klaren politischen Kompass: Die Stadt nachhaltig weiterentwickeln, auf gesellschaftliche Gerechtigkeit und Teilhabe achten und dabei klare Kante zeigen gegen rechts.

Vielen herzlichen Dank, Matthias!

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