Mobil in Brühl 2025

Grünes Mobilitätsforum

Am Montag, den 09. März hatten wir im Max-Ernst Gymnasium zum Grünen Mobilitätsforum eingeladen. Kern der Veranstaltungen war unser Zukunftsbild „Mobil in Brühl im Jahr  2025“. Mit ca. 130 Teilnehmer*innen haben wir in fünf verschiedenen Foren die notwendigen Handlungsschritte zur Erreichung dieses Zukunftsbildes diskutiert.

Zukunftsbild: Brühl 2025 – Mobilität neu gestalten

Werfen wir einen Blick voraus. So könnte die Zukunft der Alltagsmobilität aussehen:

  • Brühl ist dank einer zukunftsgerichteten Verkehrspolitik für Bus und Bahn, Fahrrad und Zufußgehen lebenswerter geworden und umweltfreundlich mit dem Umland verbunden.
  • Kinder erreichen die Schulen zumeist zu Fuß oder mit dem Fahrrad – ganz ohne Elterntaxi.
  • Ausreichend Platz für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen macht die Stadt leiser und sicherer.
  • Die bespielbare und besitzbare Stadt macht Lust auf Zufußgehen.
  • Barrierefreie Fußwege und Haltestellen fördern die Mobilität auch mit Gehhilfe oder Kinderwagen.
  • Mit dem Stadtbus ist die Innenstadt zum Einkaufen und Bummeln leicht erreichbar.
  • Die verkehrsberuhigte Innenstadt blüht auf. Immer mehr Plätze laden zum Verweilen und Spielen ein.
  • Mobilstationen in allen Stadtteilen mit Angeboten zum Carsharing und zu Lastenfahrrädern bieten eine bequeme und kostengünstige Alternative zum eigenen Auto.
  • Der Lieferverkehr auf der „letzten Meile“ erfolgt emissionsfrei, beispielsweise durch Lastenfahrräder und Fahrzeuge mit Elektroantrieb.
  • Auf Radschnellwegen, mit Schnellbuslinien und Bahnen ist das Pendeln ohne Auto leichter geworden.
  • On-Demand-Verkehre* schaffen eine flexible Anbindung aller Ortsteile.
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement stärkt die einheimische Wirtschaft und wird zum attraktiven Standortfaktor.
  • Parkraummanagement und Neuaufteilung des Straßenraums werden von den meisten Menschen als Gewinn betrachtet.
  • CO2-Emissionen und Feinstaubbelastung nehmen deutlich ab – gemessen und transparent gemacht durch den Einsatz von festen Messstationen.

Brühl verbessert die Lebensqualität für die Menschen, schafft einen wichtigen Standortfaktor für die einheimische Wirtschaft und den Einzelhandel und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

„Ach wäre das schön“, war eine erste Reaktion auf unser Zukunftsbild. Uns ist bewusst, dass sich so ein Zukunftsbild nach dem Grundsatz „Mobilität für Menschen“ leicht formulieren lässt. Zur Glaubwürdigkeit gehört für uns Grüne, die Strategien und Rahmenbedingungen zur Erreichung dieser Ziele zu entwickeln und auch anzuwenden. Aus Verantwortung für die zukünftigen Generationen erfordert die Klimakrise zudem ein entschlossenes und zeitnahes Handeln.

Diese Notwendigkeit stellte Dr. Michael Kopatz vom Wuppertal Institut in seinem Vortrag „Ökomoral kann nerven – wie wir die Welt retten, ohne ständig daran zu denken“ heraus.

Michael Kopatz stellte drei wesentliche Thesen in den Mittelpunkt seines fesselnden Vortrages:

  • Zwar sind das eigene Verhalten und das Handeln der Zivilgesellschaft weiterhin wichtig für die Verkehrswende. Entscheidend sind aber die Rahmenbedingungen. Will man eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens erreichen, so müssen die Angebote geschaffen und die Leitvorstellungen geprägt werden, die die Schaffung und Nutzung solcher Angebote ermöglichen. Nur wenn gute Radverbindungen, ein zusammenhängendes Fußwegenetz, ein attraktives Angebot von Bus & Bahn sowie leicht zugängliche Sharing-Angebote vorhanden sind, werden sie von den Menschen auch genutzt. Angebote schaffen Nachfrage
  • Die Menschen müssen mitgenommen werden. Sie müssen die Möglichkeit erhalten, das Neue auszuprobieren. Viele Beispiele zeigen, dass die Menschen dann auch  die Veränderung wollen. Insbesondere die Nutzung des öffentlichen Raumes für Kommunikation und Aufenthalt ist hier ein wichtiges Element. Durch temporäre Maßnahmen können Möglichkeitsräume geschaffen werden, z.B. Parking Days, Temporäre Straßensperrungen, Mobilitätstage, Europäische Woche der Mobilität.
  • In Demokratien braucht man Mehrheiten und es gibt in Deutschland eine schweigende Mehrheit für die Verkehrswende für weniger Luftverschmutzung, für weniger Klimaabgase, für weniger Lärm und für mehr Aufenthaltsqualität in öffentlichen Räumen (siehe Zukunftsbild). Er forderte das Publikum auf, diese Interessen sichtbar zu machen, wie z.B. durch Teilnahme an Demonstrationen oder durch Aktionstage. Es gilt, diese Interessen sichtbar zu machen und in den kommunalpolitischen Diskurs offensiv einzubringen.
URL:https://bruehlgruen.de/mobil-in-bruehl-2025/